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Sonntag, 05. September 2010
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Palästina:
Die historische Region Palästina – diese Bezeichnung kommt vom Volk der Philister - befindet sich an der südöstlichen Küste des Mittelmeeres und bezeichnet insgesamt das Gebiet das heute den Staat Israel, den Gazastreifen, das Westjordanland, Teile Syriens, des Libanon und Jordaniens (Ostjordanland). Grenzen, Namen wie Bevölkerung wechselten im Laufe Jahrtausende. In frühester Zeit war Palästina ein Durchgangsland, ein Ort kultureller Begegnung und des Austausches. Die meiste Zeit war es Provinz innerhalb eines größeren Reiches.
Schon für die Altsteinzeit lassen sich Besiedlungsspuren in Palästina nachweisen. Bereits 9.000 v. Chr. kam es zur Gründung von Jericho. In der Bronzezeit bewohnten die Kanaaniter das Land. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts v. Chr. sind erstmals die „Hebräer“ erwähnt. Während des 12. Jahrhunderts tauchen die aus dem ägäischen Raum stammenden Philister auf, Angehörige der sogenannten Seevölker.
Das Land wurde danach von Israeliten, Assyrern, Babyloniern, Persern, Alexander dem Großen, Ptolemäern, Seleukiden, Römern, Byzantinern, verschiedenen Dynastien muslimischer Araber, Kreuzrittern und schließlich, bis 1917, den Osmanen regiert. Ihnen folgten die Briten, welche die Herrschaft bis zum 14. Mai 1948 ausübten.
Die Briten eingiten sich mit den Franzosen über die Aufteilung der Region, insbesondere des Osmanischen Reiches in eine britische und eine französische Einflusssphäre. Der britische Außenminister Arthur James Balfour sicherte in einem Schreiben, datiert vom 2. November 1917, (Balfour-Deklaration) dem prominenten britischen Zionisten, Lord Rothschild, die britische Unterstützung für die Errichtung einer jüdischen Heimstatt in Palästina zu.
Die Balfour-Deklaration erhielt an Gewicht nachdem britische Truppen 1917/1918 Palästina erobert hatten und die Siegermächte des Ersten Weltkriegs auf der Konferenz von San Remo im April 1920 Großbritannien mit der Verwaltung Palästinas beauftragten, das zu diesem Zeitpunkt auch noch Transjordanien umfaßte. Im März 1921 wurde auf der Kairoer Konferenz, deren Vorsitz der damalige Kolonialminister Winston Churchill inne hatte, beschlossen Transjordanien (die Gebiete östlich des Jordan) abzutrennen und Abdallah, den zweiten Sohn des Sharif Hussein Ibn Ali von Mekka, zum Emir über Transjordanien zu ernennen. Das britische Mandat über Palästina wurde durch den Völkerbund im Juli 1922 bestätigt und die Balfour-Erklärung in den Mandatsvertrag aufgenommen. Am 29. September 1923 trat das Mandat offiziell in Kraft.
Während des britischen Mandats über Palästina mehrten sich die jüdisch-palästinensischen Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft im Lande, hauptsächlich wegen der zunehmenden jüdisch-zionistischen Einwanderung aus dem faschistischen Europa. Die Briten, die den Konflikt nicht unter Kontrolle bekamen, beschlossen, das Mandat für Palästina an die Vereinten Nationen zurückzugeben.
Am 29. November 1947 wurde durch die UN-Generalversammlung die Teilung Palästinas beschlossen. Insgesamt 1.364.000 Palästinensern wurden 42,88% der Gesamtfläche des britischen Mandatsgebietes zugesprochen, den 608.000 Juden 56,47% des Landes. Die internationale Zone von Jerusalem sollte 0,65% des Gebietes ausmachen.
Die arabischen Staaten lehnten den Teilungsplan ab. Sie waren der Meinung, die Vereinten Nationen hätten nicht das Recht, über die Zukunft Palästinas gegen den Willen und auf Kosten der dort lebenden arabischen Mehrheit zu entscheiden. Die Juden akzeptierten den Teilungsplan. Er sicherte ihnen einen eigenen, nach ihrem Befinden, erweiterungsfähigen Staat, der auf breite internationale Anerkennung zählen konnte.
Der erste Nahostkrieg, begonnen mit dem Angriff der arabischen Nachbarstaaten einen Tag nach der Ausrufung des Staates Israel am 14. Mai 1948 durch David Ben Gurion, sollte die Staatsgründung Israels rückgängig zu machen. Israel kontrollierte allerdings nach diesem Krieg 78% des ehemaligen Mandatsgebietes Palästina. Die palästinensischen Gebiete, d.h. der Gazastreifen und das Westjordanland, machten hiervon 22% aus. In vier Abkommen wurde die Waffenstillstandslinie („Grüne Linie“) zwischen Israel und den arabischen Nachbarstaaten festgelegt. Sie stellt jedoch keine dauerhafte Grenze dar.
Rund 750.000 Palästinenser aus dem heutigen Gebiet des Staates Israel wurden aufgrund der bewaffneten Auseinandersetzungen vor und nach der Gründung des israelischen Staates - 1948 - vertrieben oder flüchteten. Viele, wenn nicht die Mehrzahl, palästinensische Dörfer wurden zerstört. Nur etwa 150.000 Palästinenser blieben im Staatsgebiet Israel und machen jetzt dort rund ein Fünftel der israelischen Bevölkerung aus (ca. 1,2 Millionen).
Bis zum heutigen Datum ist dieser politische Konflikt wenn, dann noch nicht einmal oberflächlich, beigelegt.
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